Datum

March 17, 2026

Warum Hunde durchtrittige Pfoten bekommen
Es gibt mehrere Gründe, die oft zusammenkommen:

  • Schwache Muskulatur: Besonders die kleinen Muskeln in Pfote und Unterarm verlieren schnell an Kraft.
  • Überlastung: Zu viel, zu früh, zu lang vor allem bei jungen oder älteren Hunden.
  • Fehlhaltungen: Wenn ein Hund über längere Zeit falsch steht oder läuft, rutscht die Belastung in die falschen Bereiche.
  • Zu lange Krallen: Klingt banal, hat aber großen Einfluss. Lange Krallen drücken den Hund automatisch in eine nach hinten kippende Haltung.
  • Übergewicht: Mehr Gewicht heißt mehr Stress für die Sehnen und Bänder.

Was du sofort tun kannst

  1. Krallen kürzen lassen
    Das ist der schnellste und oft wichtigste Schritt. Viele Hunde stehen sofort stabiler, wenn die Krallen nicht mehr stören.

  2. Weicher Untergrund nur in Maßen
    Zu viel Wiese, Sand oder Sofa macht die Pfotenmuskeln träge. Baue kurze Einheiten auf festem Untergrund ein.

  3. Kleine, gezielte Übungen
    Hier helfen sanfte Übungen, die die Stabilität fördern. Ein paar einfache Beispiele:
    • Pfote heben lassen: kurze Haltezeiten, beide Seiten
    • Stehen auf leicht unebenem Untergrund: zum Beispiel eine zusammengefaltete Decke oder Halbigelbällen
    • Ruhiges Rückwärtsgehen: stärkt die gesamte Vorderhand
    • Bei den Vorderpfoten können kleine Buddel Sequenzen eine gute Hilfe sein.
    Solche Übungen dauern nur ein paar Minuten und können einen großen Unterschied machen.

  4. Spaziergänge anpassen
    Lieber mehrere kürzere Runden als eine lange. Achte darauf, wie stabil dein Hund auf unterschiedlichen Böden steht, und passe das Tempo an.

  5. Bandagen
    Bandagen können bei durchtrittigen Pfoten helfen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Sie geben der Pfote für eine gewisse Zeit mehr Halt und entlasten die Strukturen, die gerade überfordert sind. Das kann vor allem dann gut sein, wenn dein Hund Schmerzen hat oder die Pfote beim Laufen sehr stark einknickt.
    Wichtig ist aber:
    Bandagen lösen das Problem nicht, sie unterstützen nur. Die Muskulatur muss trotzdem aufgebaut werden, sonst bleibt der Hund abhängig von der Stütze.
    Achte dabei auf Folgendes:
    • Bandagen sollten gut sitzen, nicht rutschen und nicht einschneiden.
    • Sie dürfen nur begrenzt lang getragen werden, sonst wird die Muskulatur noch schwächer.
    • Besonders beim Spazierengehen können sie kurzfristig mehr Stabilität geben.
    • Für längere Phasen im Alltag sind sie nicht gedacht.
    Eine genaue Anpassung und Einweisung bekommst du am besten bei einer Hundephysiotherapeutin. So stellst du sicher, dass die Bandage deinem Hund wirklich hilft und nicht das Gegenteil bewirkt.

  6. Gewicht checken
    Manchmal reicht schon ein halbes Kilo weniger, damit die Gelenke deutlich entspannter arbeiten.

Wann du Hilfe holen solltest
Wenn dein Hund Schmerzen zeigt, unsicher läuft, lahmt oder die Pfoten stark einknicken, lohnt sich ein Blick von außen. Eine Hundephysiotherapeutin kann testen, wo die Schwachstellen sitzen, die Muskulatur aufbauen und dir passende Übungen für zu Hause zeigen.

Fazit
Durchtrittige Pfoten sind kein Schicksal. Mit ein paar einfachen Veränderungen und gezielten Alltagsübungen kannst du deinem Hund wieder mehr Halt und Sicherheit geben. Je früher du beginnst, desto schneller spürst du eine Verbesserung – und ihr beide habt wieder leichteren, fröhlicheren Schwung bei euren Spaziergängen.

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